Eine beeindruckende Flotte Hamm-Walzen vom Typ DV 90 sorgte für die korrekte Verdichtung des offenporigen Asphalts. Die bis zum Boden verglaste, seitlich verschiebbare Panoramakabine der DV-Walzen bietet den Walzenfahrern einen hervorragenden Blick auf die Bandagenkante.
Ein Blick auf die Sitzposition der Fahrer in den beiden Kabinen zeigt: Jede der Walzen bewegt sich in eine andere Richtung. Durch den automatisch reversierenden Fahrersitz bietet Hamm den Fahrern einen ergonomisch optimierten, bequemen Arbeitsplatz. Gleichzeitig sorgt diese Funktion für deutlich mehr Sicherheit auf jeder Baustelle.
Der Super 2100-2 ging mit einer 12,50 m breiten Bohle an den Start. Grund sind die technischen Eigenschaften des offenporigen Asphalts, der bei nahtlosem Einbau über die gesamte Fahrbahnbreite einen optimalen Wasserabfluss gewährleistet. Die Einbaubohle SB 250 wurde für diesen Einsatz auf eine feste Breite von 11 m aufgebaut. Die 0,75 m breiten Auszieh-Anbauteile auf jeder Seite verleihen dem Fertiger die nötige Flexibilität, um Zwickel oder Anschlüsse zu anderen Fahrbahnen herzustellen.
Juli 2008
Mit dem Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen weltweit wächst auch die Lärmemission des Verkehrs. Gleichzeitig rücken neue Wohngebiete näher an Schnellstraßen und Autobahnen heran. Da steigt das Interesse an „leisen“ Fahrbahnbelägen, auf denen auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten nur wenig Rollgeräusche entstehen. Ein Ansatz zur Reduzierung der Schallemissionen des Verkehrs ist der OPA – offenporiger Asphalt. Bei einem Referenzprojekt auf der deutschen Autobahn A 61 sorgten gleich 5 Tandemwalzen der DV-Serie von Hamm für die korrekte Verdichtung dieser Mischgüter.
Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, kurz „Straßen.NRW“ genannt, plant, baut und betreibt unter anderem die Autobahnen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Unter Regie dieser Behörde wurden auf der 6 km langen Teststrecke vier offenporige Asphalte mit unterschiedlichen Zusammensetzungen ausgewählt: Auf den ersten 1.500 m wurde ein Referenzmischgut eingebaut. Auf den beiden nächsten 1,5 km langen Abschnitten kamen 2 unterschiedliche Asphaltsorten mit neuen, gummimodifizierten Bindemitteln zum Einsatz, bei denen Gummigranulat aus Altreifen verwendet wird. Für die letzten 1,5 km wurde der Fahrbahnbelag aus offenporigem Asphalt mit einem haftverbessernden Additiv hergestellt. Beim Einbau der vier Mischgüter mit einem Vögele-Fertiger Super 2100-2 stellte die Einbaumannschaft keine Unterschiede fest, bei der Verdichtung aber schon. So musste bei einem der Asphalte die Anzahl der Übergänge erhöht werden.
Für alle vier Asphaltsorten wurde die Deckschicht mit 4,5 cm übrigens etwa 1 cm dicker eingebaut, als das bei OPA-Deckschichten sonst üblich ist. Der Grund: Untersuchungen hatten ergeben, dass die dickeren Schichten den Lärm noch besser reduzieren.
Das „Prinzip OPA“ bringt einige wichtige Anforderungen an die Verdichtung mit sich. Zum Einen muss der Hohlraumgehalt – in diesem Fall waren 22 % nach Endverdichtung spezifiziert – exakt eingehalten werden, denn diese Materialeigenschaft ist wesentlich für den Lärm mindernden Effekt. Es darf also auf keinen Fall zu viel verdichtet werden. Deshalb arbeiteten die Walzen statisch und die Bohle des Vögele-Fertigers lief nur mit minimaler Vibrationsleistung.
Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Temperatur: Aufgrund des großen Hohlraumgehalts kühlt der OPA nach dem Einbau schnell aus. Außerdem wurde auf der A 61 die Markierung unmittelbar in den noch warmen Asphalt eingewalzt. Das erforderte wiederum Maschinenkapazität. Die statische Verdichtung, das schnellere Auskühlen und der zeitgleiche Auftrag der Markierung führten insgesamt dazu, dass mehr Walzen erforderlich waren als beim Einbau anderer Asphaltsorten.
Wenn sich wie hier viele Walzen auf engem Raum bewegen, bringen die DV-Walzen ein gewaltiges Plus an Sicherheit. Ihr Fahr- und Lenksystem „HI-DRIVE“ sorgt dafür, dass im Automatikmodus beim Reversieren der Walze der Fahrersitz automatisch dreht. Dadurch sitzt der Fahrer immer in Fahrtrichtung. Das schont seinen Rücken, ist extrem komfortabel – und enorm sicher!
Die Einbaumannschaft der Bauunternehmung Matthäi mit Hauptsitz im norddeutschen Verden zeigte sich hoch zufrieden mit den Maschinen von Hamm und Vögele. Die Qualität der Asphaltdecke stimmt, die Technik überzeugt und es gibt einen zuverlässigen Service. Polier Jörg Gattkowski formuliert das so: „Unsere Ansprechpartner bei Wirtgen Hamburg kennen ihre Produkte und die Anforderungen aus der Praxis genau. Mit ihrem umfassenden Know-how unterstützen sie uns schnell, freundlich und kompetent. So kann meine Asphaltkolonne mit dem Fertiger von Vögele und den Walzen von Hamm wirtschaftlich arbeiten.“
Nun rollt der Verkehr wieder auf der A 61. Es wird erwartet, dass alle vier Asphaltsorten die Lärmemissionen deutlich stärker reduzieren werden als andere offenporige Asphalte: Die Fachleute rechnen mit einer anfänglichen Minderung von 8 - 10 dB. Das entspricht einer Halbierung der empfundenen Lautstärke im Vergleich zum vorherigen Fahrbahnbelag. In den kommenden 10 - 15 Jahren wird Straßen.NRW regelmäßig prüfen, wie sich Schallpegel und Gebrauchseigenschaften der Beläge entwickeln. Die Analysen werden zeigen, mit welchem Mischgut man langfristig die besten Ergebnisse erzielt und einen wertvollen Beitrag leisten kann, um viel befahrene Autobahnen leiser und damit umweltfreundlicher zu machen.
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