Die wichtigste Verbindung zur norwegischen Inselgruppe Svalbard – nördlich des Polarkreises gelegen – sind Flüge aus Oslo und Tromso. Nahe der größten Siedlung der Inselgruppe, der Stadt Longyearbyen, landen und starten die Flugzeuge – auf der nördlichsten Landebahn der Welt.
Die Folge der strengen polaren Witterungsbedingungen für die Landebahn waren starke Unebenheiten in Längs- und Querrichtung, sodass eine Sanierung notwendig wurde. Man nutzte die Gelegenheit nicht nur zur Sanierung der Start- und Landebahn, sondern auch zur Verbreiterung von 60 auf über 80 m und zur Verlängerung von 2.250 auf 2.435 m.
Damit in zwei Schichten und fast rund um die Uhr gearbeitet werden konnte, wechselten sich zwei Bauteams ab. Zunächst trugen die Wirtgen Fräsen vom Typ W 35 und W 1000 Unebenheiten von bis zu 20 cm Höhe ab, welche sich auf der Start- und Landebahn gebildet hatten. Die Fräse W 1000 kümmerte sich dabei um die Fläche, unterstützt von der Kleinfräse W 35, welche den Belag rund um die Schächte der Beleuchtungsanlagen ausfräste. Eine gute Grundlage für den Asphalt-Einbau war somit gelegt.
Der Vögele Fertiger Super 1900-2 baute auf diese Grundlage 30.000 t eines besonders elastischen Materials ein. Das Mischgut bestand aus Asphaltbeton mit polymermodifiziertem Bitumen und kann die enormen Temperaturschwankungen auffangen, ohne dass Risse entstehen. Anschließend wurden die Nähte zwischen den Bahnen mit Bitumen ausgespritzt, um eine perfekte Dichte zu erreichen. Dies war vom Auftraggeber vorgeschrieben, da ein Eindringen von Wasser an den Nähten unter diesen klimatischen Bedingungen unbedingt vermieden werden muss. Damit die neue Start- und Landebahn absolut eben wird, kam ein Big-MultiPlex-Ski für die Nivellierung am Vögele Fertiger Super 1900-2 zum Einsatz.
Wegen der niedrigen Außentemperatur kühlte der Asphalt schnell aus und für die Verdichtung blieb nur ein kleines Zeitfenster. Die 4 Hamm Tandemwalzen vom Typ DV 90 VO, bei denen die Oszillations- und Vibrationsbandage gleichzeitig eingesetzt wurden, garantierten eine schnelle Verdichtung. Insgesamt wurde dreimal mit Vibration und Oszillation über den Asphalt gefahren. Abschließend walzten im vierten Durchlauf die DV-Walzen nur mit Oszillation, um der dünnen Asphaltschicht eine perfekte Oberfläche zu verleihen. Der Einsatz des Verdichtungsmess- und Kontrollsystems HCQ garantierte dabei eine hervorragende homogene Verdichtung der gesamten Start- und Landebahn.
Die Baustelle: Start- und Landebahn am Flughafen Longyearbyen, Norwegen
Länge der Baumaßnahme: 2.435 m
Breite: 80 m
Einbaustärke: 4 cm
Einbaumaterial: 30.000 t Asphaltbeton
Maschineneinsatz