Perfekt verzahnte Schichten halten Verkehrsbelastungen stand.

mehr

Wenn eine Straße lediglich an der Oberfläche Schäden aufweist, muss nicht gleich die ganze Fahrbahndecke ausgetauscht werden. Möglich ist eine Sanierung der Straße durch den Heißeinbau dünner Schichten. Wie funktioniert das Verfahren? Welche Vorteile ergeben sich durch die Anwendung von DSH?

Sanierungsmaßnahmen, die sowohl schnell als auch kostengünstig durchgeführt werden können, gewinnen weltweit an Bedeutung. Solch eine besonders wirtschaftliche Alternative zur Komplettsanierung ist das Verfahren „Dünne Schichten im Heißeinbau“, kurz DSH. Der Dünnschichteinbau ist prädestiniert für sanierungsbedürftige Straßen, die lediglich an der Oberfläche Schäden aufweisen, denen der Grip fehlt oder bei denen Wellen auftreten. Die Oberflächeneigenschaften, wie zum Beispiel Griffigkeit, Ebenheit und Lärmminderung, einer maroden Straße können auf diese Weise über einen längeren Zeitraum entscheidend verbessert werden.

Perfekter Schichtenverbund ist gefordert

Vorab werden mit Hilfe von Kaltfräsen mit Feinfräswalzen Oberflächenverformungen beseitigt und eine ebene, aufgeraute Straßenoberfläche geschaffen. Diese Oberflächenstruktur bietet eine optimale Grundlage für die Verzahnung mit dem DSH-Belag. Beim Einbau der Dünnschichten kommt bevorzugt ein sogenannter Straßenfertiger mit integriertem Sprühmodul zum Einsatz.

Aufsprühen der Haftbrücke

Der Fertiger sprüht die Haftbrücke aus polymermodifizierter Bitumenemulsion mit mindestens 60% Bitumengehalt selbsttätig auf und versiegelt damit die Unterlage. Bei einem Straßenfertiger mit integriertem Sprühmodul erfolgt darauf im gleichen Arbeitsschritt der Einbau einer dünnen Asphalt-Deckschicht in einer Dicke von 1,2 bis 2,0 cm. Wird mit einem konventionellen Straßenfertiger gearbeitet, muss die Bitumenemulsion zuvor separat aufgetragen werden.

Walzen erzeugen ebene Fahrbahndecke

Die Verdichtung beim Einbau dünner Schichten ist eine besondere Herausforderung, denn es gilt, die dünne Schicht gleichmäßig und ohne Wellenbildung zu verdichten. Dabei muss der geforderte Verdichtungsgrad erreicht werden, ohne die darunterliegende, kalte Schicht zu beschädigen. Deshalb ist der Einsatz hochwertiger Walzen erforderlich. Optimal ist eine dynamische Verdichtung mit Oszillation. Alternativ kann man solche Schichten auch statisch verdichten; eine Verdichtung mit Vibration hingegen ist unzulässig.

Sparsamer Materialeinsatz schont die Kosten

Aufgrund der geringen Dicke der erneuerten Deckschicht bleiben die Kosten für die Instandsetzungsmaßnahme vergleichsweise niedrig. Im Vergleich zu einem kompletten Deckenaustausch wird bis zu 50% weniger Material verbraucht, d. h. nur 30 bis 50 kg/m² Asphaltmischgut bildet die neue Deckschicht. Dieser ressourcenschonende Materialeinsatz macht DSH zugleich zu einem besonders umweltfreundlichen Verfahren.

Weiterführende Links

auf die Webseiten von Wirtgen, Vögele, Hamm und Kleemann:

zurück