Beim Heißrecycling darf die Beschädigung ausschließlich in der Deckschicht liegen. Ist dies der Fall, kann man im Heißrecycling-Verfahren eine Vielzahl an Oberflächenschäden beheben. Hierzu einige Beispiele typischer Schadensbilder, die das Heißrecycling beheben kann.
Bei Schäden in Form von Längs- oder Querrinnen liegt die Ursache in einer unzureichenden Standfestigkeit der Deckschicht. Der Grund kann zu weiches Bindemittel, zu viel Bindemittelgehalt oder fehlendes Grobkorn sein. Das Heißrecycling löst diese Probleme, indem zusätzliches Mischgut mit harten Bindemitteln oder hohem Anteil grobkörnigen Edelsplitts hinzugefügt werden.
Ein zu hoher Bindemittelgehalt lässt die Fahrbahn rutschig werden – vor allem bei Nässe. Auch ein unzureichender Anteil an Brechsand gefährdet den Grip von Fahrbahnen. In solchen Fällen gibt man in der Regel ein Mischgut mit polierresistentem Edelsplitt oder mit einem hohen Anteil an Brechsand in den Recyclingprozess.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für Heißrecycling sind Straßen, an denen schlicht der Zahn der Zeit genagt hat. Eine hohe Verkehrsbeanspruchung führt über die Jahre zu Substanzverlust in den kleinsten Kornfraktionen Splitt und Sand. Der Heißrecycling-Prozess behebt solche Verschleißerscheinungen durch die Zugabe von Ergänzungsmischgut der entsprechenden Körnung.
Auf Fahrbahnen treten Risse in der Deckschicht auf, wenn der Belag versprödet oder verhärtet. Die Gründe hierfür liegen in der Verwendung falscher Bindemittel, mangelndem Schichtenverbund oder zu gering bemessener Dicke der Deckschicht. Gibt man nun im Heißrecycling-Prozess weiche Bindemittel hinzu, ist die neu entstandene Deckschicht mittelfristig wieder vor Rissen sicher.