KNOW-HOW

Wenn recycelte Straßen schwere Lasten tragen.

Kaltrecycling verleiht Straßen einen neuen Lebensabschnitt

Wenn der Zahn der Zeit an Straßenbauwerken nagt, verschleißen nicht immer nur die Oberfläche oder die oberen Straßenschichten. Vor allem bei Verkehrswegen mit einem hohen Anteil an Schwerlastverkehr liegen die Ursachen oftmals tiefer: Die Belastung tonnenschwerer Achsen zehrt an der Struktur des Straßenaufbaus. Zumeist verfügt dann die Tragschicht nicht mehr über die Stabilität, die es braucht, um die schweren Fahrzeuge zu schultern.

Strukturelle Instandsetzung

Solche Schadensbilder erfordern ein Instandsetzungsverfahren, das die Tragfähigkeit wiederherstellt. Man spricht dann von struktureller Instandsetzung. Das Kaltrecycling verleiht Straßen einen nahezu vollständigen neuen Lebensabschnitt, wobei das gesamte vorhandene Material wiederverwendet wird.

Substanz verbessern, neu binden und einbauen

Das Verfahren fußt im Prinzip auf der Kaltfräs-Technologie. Am Anfang des Kaltrecycling-Prozesses steht ein Fräs- und Mischrotor, mit dem die beschädigten Straßenschichten in einer Tiefe von bis zu 500 mm aufgefräst werden. Die Instandsetzung von Asphaltstraßen mit Kaltrecycling umfasst neben der Deck- und Binderschicht zumindest teilweise auch die Tragschicht.

Verbesserung mit Mineralstoffen und Bindemitteln

Das gewonnene Fräsgut wird dann mit neuem Bindemittel und gegebenenfalls auch mit einem ergänzenden Mineralgemisch von Mischaggregaten homogen durchmengt. Die exakte Bindemittelzugabe erfolgt mit Hilfe von mikroprozessorgesteuerten Einsprühanlagen. Sie dosieren die Bindemittelmengen präzise, sodass die Qualität des recycelten Baustoffs über die gesamte Strecke hinweg konstant bleibt.

Die zwei Optionen beim Kaltrecycling-Verfahren: „in situ“ und „in plant“

Es gibt zwei Möglichkeiten, aus einer alten Straße eine neue herzustellen: Entweder mit dem Kaltrecycling-Zug, der den gesamten Prozess in einem Arbeitsschritt erledigt, oder mit einer Kaltfräse, externer Wiederaufbereitung des Fräsguts und erneutem Einbau mit Straßenfertigern. Im ersten Fall spricht man von „in situ“, zu Deutsch an Ort und Stelle. Die Alternative heißt „in plant“, was soviel bedeutet wie „in der Anlage“, die dann in der Nähe der Baustelle aufgebaut wird.

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Straßenaufbau vor der Instandsetzung

Auffräsen durch den Recycler

Straßenaufbau nach dem Kaltrecycling

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