Mit dem Kaltrecycling-Zug neue Straßen fertigen.

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Wenn aus einer alten Straße eine neue entstehen soll, bietet sich das Kaltrecycling „in situ“ an, das meist in einer Wanderbaustelle durchgeführt wird. Welche Vorteile bietet das Kaltrecycling „in situ“? Wie funktioniert das Verfahren?

Straßen, die großen Belastungen durch Schwerlastverkehr unterliegen, weisen häufig Schäden im Unterbau auf. Um diese zu beheben, muss man die gesamte Struktur des Straßenaufbaus instand setzen. Das Kaltrecycling ist ein Verfahren, das Straßen neuen Halt gibt. Im Unterschied zu Kaltrecycling „in plant“ erfolgt bei der „in situ“ Bauweise der gesamte Prozess in einem Arbeitsschritt. Das geschieht wie folgt: Spezielle Kaltrecycler granulieren die schadhaften Straßenschichten, meist Deck- und Binderschicht sowie einen Teil der Tragschicht, durchmengen das Fräsgranulat mit neuem Bindemittel und bauen es sofort wieder ein.

Passgenaue Bindemittelzugabe

Das Fräsen und Pulverisieren übernimmt ein Fräs- und Mischrotor mit Hartmetallmeißeln, wie sie auch Kaltfräsen verwenden. Im Maschineninneren wird dann das Material in einem Mischraum aufbereitet, in dem Bindemittel computergesteuert zugegeben werden. Einige der Recycler arbeiten mit einem „variablen Mischraum“. Er vergrößert sich, je größer die gewählte Arbeitstiefe ist. Parallel dazu steigt die Bindemittelzugabe computergesteuert, abhängig von der Tiefe und dem Vorschub der Maschine. Dieses Prinzip hilft, das Mischgut optimal aufzubereiten. Bei den Bindemitteln kann zwischen Bitumenemulsion, Schaumbitumen und Zement gewählt werden.

Suspensionsmischanlage dosiert Zement

Die Versorgung mit Heißbitumen zur Herstellung von Schaumbitumen oder Bitumenemulsion und dem obligatorischen Wasser übernehmen Tankwagen. Zement kann entweder vorgestreut werden oder man setzt eine sogenannte Suspensionsmischanlage ein. Diese Mischanlage dosiert exakt die richtige Menge Zement, mischt diesen mit Wasser zu einer Suspension und leitet das Bindemittel direkt in den Mischraum des Kaltrecyclers weiter. In diesem Fall erübrigt sich das Vorstreuen des Zements. Die Suspensionsmischanlage verhindert Staubbildung, es geht kein Material verloren und die Qualität der Recyclingschicht wird gesteigert.

Umweltfreundlich und effizient

Die benötigten Versorgungs-Tankwagen schiebt der Kaltrecycler vor sich her. Man spricht deshalb auch von einem Kaltrecycling-Zug. Einige Wirtgen Kaltrecycler verfügen über eine Einbaubohle am Heck der Maschine, die das Recyclingmischgut einbaut. Bei allen anderen Wirtgen Kaltrecyclern wird das Recyclingmischgut durch schwere Tandemwalzen und Walzenzüge verdichtet.

Eine Einbaubohle fertigt die neue Straße

Auf die recycelte Schicht bauen Straßenfertiger zumeist noch eine abschließende, dünne Deckschicht aus neuem Asphaltmischgut ein, die wiederum von Walzen verdichtet wird. Für dieses Verfahren sprechen die kurze Bauzeit und die hohe Wirtschaftlichkeit. Wenn man bedenkt, dass Kaltrecycling „in situ“ auf einen Straßenkilometer etwa 600 Lkw-Transporte von Baustoffen einsparen hilft, wird deutlich, wie groß das Einsparpotenzial gegenüber dem logistisch und personell aufwendigeren konventionellen Deckenaustausch ist.

Weiterführende Links

auf die Webseiten von Wirtgen, Vögele, Hamm und Kleemann:

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