KNOW-HOW

Dem Druck der Straße standhalten.

Wie fangen Verkehrswege die enormen Belastungen auf?

Der Planungsprozess beim Straßen-Neubau beginnt unter anderem mit der Frage: Was muss die Straße eigentlich aushalten können? Dabei interessiert die Straßenbau-Ingenieure neben der absoluten Verkehrsfrequenz vor allem der Anteil an Schwerlastverkehr. Denn ein 30 t schweres Fahrzeug belastet die Straße nicht ebenso stark wie 30 Fahrzeuge mit einem Gewicht von jeweils einer Tonne. Vielmehr können für eine Lkw-Achse mit einer Last von 10 Tonnen ganze 160.000 Pkw die Straße überrollen. Die Straße, und damit auch der Aufbau der einzelnen Schichten, muss also auf ihre spätere Nutzung ausgerichtet werden.

Zu Nr. 1: Beispiel einer innerstädtischen Asphaltstraße

Verkehrswege, beispielsweise in Wohngebieten, werden nur von wenigen Lkw beansprucht. Deshalb ist der mit Bindemitteln gebundene Teil des Straßenaufbaus dünner. Auf eine 45 cm starke ungebundene Tragschicht zum Schutz vor Frost folgt eine Asphalt-Tragschicht von 10 cm. Den Straßenoberbau von Asphaltstraßen schließt die Deckschicht ab – in diesem Fall in einer Dicke von 4 cm. Die Anforderungen an die Deckschicht: Verschleißfestigkeit, hohe Standfestigkeit, Ebenheit sowie eine griffige Oberfläche.

Zu Nr. 2: Beispiel einer Hauptverkehrsstraße in Asphaltbauweise

Straßen zwischen Dörfern und Städten oder stark befahrene innerstädtische Straßen unterliegen mittlerer bis hoher Beanspruchung. Solche Verbindungen fußen auf 30 cm Frostschutzschicht und 16 cm Asphalt-Tragschicht. Darauf folgt eine 4 bis 8 cm dicke Asphalt-Binderschicht, die insbesondere die vom Verkehr verursachten Schubkräfte sicher in die unteren Schichten ableitet. Sie muss verhindern, dass der Belag durch dynamische Kräfte, wie sie beim Bremsen und Beschleunigen von Fahrzeugen entstehen, aufschiebt. Abschließend folgt eine ca. 4 cm dicke Asphalt-Deckschicht.

Zu Nr. 3: Beispiel einer Autobahn in Asphaltbauweise

Fernstraßen sind durch die hohe Verkehrsfrequenz und einem hohen Schwerlastanteil extremen Kräften ausgesetzt. Der Straßenaufbau besteht deshalb aus dickeren Tragschichten und Mischgütern aus gebrochenem Gestein und besonders zähem Bitumen. Die Frostschutzschicht umfasst hier 45 cm, die Asphalt-Tragschicht 22 cm. Die Stärken der Binderschicht und die der Deckschicht sind mit Hauptverkehrsstraßen identisch.

Zu Nr. 4: Beispiel einer Autobahn in Betonbauweise

Autobahnen sind das Hauptanwendungsgebiet für die Betonbauweise. Im Gegensatz zu Asphaltstraßen vereinigt eine Betondecke die Funktionen von Deck- und Binderschicht sowie von Teilen der Tragschichten und ist stabil gegen plastische Verformungen. Eine typische Beton-Autobahn besteht z. B. aus 18 cm Frostschutzschicht, 15 cm zementgebundener Tragschicht sowie aus einer 26 cm starken Betondecke.

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